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2017: Neuerungen der Formvorschriften bei fremdhändigen Testamenten

Clemens Gärner

Um Testamente künftig fälschungssicherer zu machen, wurden durch das Erbrechtsänderungsgesetz 2015, das mit 1. Jänner 2017 in Kraft tritt, die Formvorschriften bei fremdhändigen Testamenten verschärft. Wer seinen letzten Willen durch ein fremdhändiges Testament, das heißt ein Testament mittels Schreibmaschine, PC oder durch eine andere Person (z.B. Notar oder Rechtsanwalt) rechtsgültig handschriftlich zu Papier bringen möchte, muss ab 1. Jänner 2017 eine Reihe neuer Formvorschriften beachten.

Das Testament muss zunächst vom Testamentsverfasser eigenhändig unterschrieben werden und bedarf es zu seiner Gültigkeit darüber hinaus künftig einer sogenannten „eigenhändige Bekräftigung“, z.B. durch den handschriftlichen Zusatz „diese Urkunde enthält meinen letzten Willen“ oder „Dies ist mein letzter Wille“. Zudem bedarf das fremdhändige Testament ab 1. Jänner zu seiner Gültigkeit die eigenhändige Unterschrift von drei gleichzeitig anwesenden Zeugen. Die Zeugen müssen den Inhalt des Testaments nicht kennen, sondern bestätigen mit ihrer Un-terschrift nur, dass das Testament den letzten Willen des Verfassers enthält. Die Zeugen, deren Identität nunmehr aus der Urkunde eindeutig hervorgehen muss (Name, Geburtsdatum oder Adresse des Zeugen), haben auf der Urkunde mit einem auf ihre Eigenschaft als Zeugen hinweisenden und eigenhändig geschriebenen Zusatz (z.B. „als Testamentszeuge“) zu unterschreiben. Bei der Auswahl der Zeugen ist zu beachten, dass neben Personen unter 18 Jahren, Blinde, Taube oder Stumme, sowie Personen, die die Sprache, in dem das Testament verfasst wurde, nicht verstehen, keine fähigen Zeugen. Neben dem Erben und Vermächtnisnehmer kommen auch deren Ehegatten, Eltern, Kinder und Geschwister sowie in eben demselben Grade verschwägerte Personen für das fremdhändige Testament nicht in Betracht. Als befangen gelten nunmehr auch der eingetragene Partner und die Lebensgefährten des Testamentsverfassers.

Die Formvorschriften sind bei der Errichtung fremdhändiger Testamente unbedingt einzuhalten, da das Testament sonst unwirksam ist. Jedoch sind Testamente, die vor 1. Jänner 2017 gültig errichtet wurden, auch nach der Gesetzesänderung weiterhin gültig.

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