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Fürs Studium des Sprösslings bezahlen? Ja, aber wie lange?

Susanna Perl-Böck

Ein Studium gehört für viele zum Erwachsenwerden dazu und dies den eigenen Kindern zu ermöglichen ist vielen Eltern ein Anliegen. Schwierig ist es, wenn Kinder mit ihren Eltern / einem Elternteil zerstritten sind und sich diese in Folge weigern wollen für das Studentenleben des Sprösslings aufzukommen. Es gehört daher zur ständigen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes, dass der Unterhaltspflichtige grundsätzlich zu einer höherwertigen Berufsausbildung seines Kindes beizutragen hat, wenn dieses die zum Studium erforderlichen Fähigkeiten besitzt, dieses Studium ernsthaft und zielstrebig betreibt und wenn ihm nach seinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen eine solche Beteiligung an den Kosten des Studiums seines Kindes möglich und zumutbar ist.

Was aber, wenn der Nachwuchs scheinbar ewig studiert und das Studium keinen Abschluss zu nehmen scheint? Der OGH hat sich nun in seiner Entscheidung 9Ob34/16i vom 26.01.2017 dazu geäußert. Demnach muss eine Architekturstudentin ihrem Vater den erhaltenen Unterhalt teilweise zurückbezahlen, da sie ihr Studium nicht mit dem nötigen Ehrgeiz betrieben hat. So hat die junge Frau 13 Semester statt der durchschnittlichen 8,8 Semester benötigt. Daraus folgerte der OGH nun, dass aufgrund des mangelnden Studienerfolgs der Tochter der Vater seit Dezember 2013 eigentlich nicht mehr unterhaltspflichtig war. Die junge Frau wird daher dem Vater wohl den geleisteten Unterhalt – samt Prozesskosten – ersetzen müssen.

Die Anwälte Dr. Clemens Gärner und Mag. Susanna Perl-Böck sind die Spezialisten, wenn es zu Rechtsfragen im Bereich Trennung und Scheidung, Obsorge und Kindeswohl, Partnerschafts- und Eheverträge, Unterhalt und Vermögensaufteilung sowie Trennungs- und Scheidungsvorsorge kommt. Die bewährte Mann-Frau-Perspektive, die die Kanzlei Gärner und Perl-Böck auszeichnet, macht es zudem möglich fachliches Know-How mit notwendigem Fingerspitzengefühl zu kombinieren und so maßgeschneidert auf die individuellen Bedürfnisse der Klienten eingehen zu können. Durch ihre Zusatzkompetenzen im Immobilien-, Arbeits- und Gesellschaftsrecht sind Gärner und Perl-Böck bei Scheidungen im wirtschaftlichen Bereich ebenfalls die erste Adresse.