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Testament & Trennung – Neuerungen ab 1. Jänner 2017

Susanna Perl-Böck

Von dem was ewig währt.

Während aufrechter Ehe entscheiden sich viele Ehegatten, Partner und Lebensgefährten dafür, ihren letzten Willen schriftlich festzuhalten, um ihre Liebsten, im Fall des (frühzeitigen) Ablebens, gut versorgt zu wissen. Ein sehr umsichtiges Verhalten, das aber Tücken birgt, denn laut geltender Rechts-lage wird eine letztwillige Verfügung, z.B. ein Testament, das zugunsten des Ehegatten errichtet wurde, mit Scheidung nicht automatisch aufgehoben. Vielmehr muss die letztwillige Verfügung widerrufen werden, damit der frühere Ehegatte im Todesfall nicht erbt…

Mit Jahreswechsel tritt das Erbrechts-Änderungsgesetzes 2015 in Kraft und im Zuge der größten Erbrechtsreform seit mehr als 200 Jahren, wird unter anderem auch die Rechtslage im Hinblick auf die Gültigkeit letztwilliger Verfügungen zugunsten des früheren Ehegatten, des eingetragenen Partners oder des Lebensgefährten geändert.

So wird bei Todesfällen ab dem 1. Jänner 2017 die Vermutung eines stillschweigenden Widerrufs letztwilliger Verfügungen gesetzlich festgelegt. Demnach werden künftig Testamente zugunsten des früheren Ehegatten, des eingetragenen Partners oder des Lebensgefährten automatisch aufgehoben, wenn die Ehe, die eingetragene Partnerschaft beziehungsweise die Lebensgemeinschaft aufgelöst wird. Soll jedoch das Testament trotzdem gültig bleiben, so muss künftig der Testamentsver-fasser dies letztwillig ausdrücklich vorsehen.