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Verliebt, verlobt, verheiratet: Vertragliche Regelungen im Umfeld von Eheschließungen

© lisaluciaBald ist es wieder soweit und das Heiratsfieber in den Wonnemonaten Mai und Juni bricht aus und man macht bestehende Bindungen offiziell vor dem Gesetz. Kaum ein Brautpaar lässt sich jedoch im Vorfeld einer Eheschließung über die Rechtsfolgen einer Ehe und einer möglichen Scheidung rechtlich aufklären. Zu unromantisch ist es, angesichts einer bevorstehenden Hochzeit an trockene Dinge wie einen Ehevertrag zu denken. Warum aber eigentlich nicht? Gilt tatsächlich nach wie vor das Motto „Vertrauen statt Vertrag“?

In Österreich gilt zwar der gesetzliche Güterstand der Gütertrennung, was bedeutet, dass jeder Ehegatte sein bisheriges Eigentum und das, was er während der Ehe erwirbt, behält und auch jeder Ehegatte grundsätzlich nur für die eigenen Schulden haftet. Im Falle einer Auflösung der Ehe aber werden das eheliche Gebrauchsvermögen und die ehelichen Ersparnisse, d.h. alles was während aufrechter Ehe gemeinsam geschaffen wurde, aufgeteilt. Wie eine derartige nacheheliche Aufteilung des Vermögens zu erfolgen hat, kann bereits in guten Zeiten in einem Ehepakt geregelt werden.

Derartige Vereinbarungen bedürfen zu ihrer Gültigkeit bestimmter Formerfordernisse und es bestehen Formalitäten, die nicht durch einen Vertrag geregelt werden können. So kann etwa für die aufrechte Ehe nicht gänzlich auf Unterhalt verzichtet werden. Genauso wenig kommen Vereinbarungen über Obsorge und Unterhalt gemeinsamer Kinder im Fall der Scheidung verbindliche Wirkungen zu. Sie sind bloße Absichtserklärungen. Hingegen können Regelungen getroffen werden, wer in der Ehewohnung bleibt und wie das erworbene Vermögen aufgeteilt wird.

Foto: © lisalucia