Allgemein, Scheidung

Medienecho: Erhöhte Scheidungsrate im Herbst erwartet

14.870 Paare ließen sich 2020 scheiden, knapp 9 % weniger als im Vorjahr. Die Anzahl der Fälle schwankte dabei stark im Laufe der Pandemie. Wir rechnen damit, dass es ab Herbst zusammen mit der erwarteten Insolvenzwelle in Österreich auch zu mehr Scheidungen kommen wird. Denn eine wirtschaftliche Schieflage führt zu erheblichen Spannungen in Beziehungen.

Diese Prognose hat für Aufsehen in den österreichischen Medien gesorgt. Wir haben eine Auswahl der Pressestimmen am Ende dieses Artikels zum Nachlesen gesammelt. Zuvor aber noch eine Analyse, wieso wir eine Scheidungswelle für den Herbst erwarten. 

Die Pandemiezeit ist aus unserer Perspektive extrem wechselhaft verlaufen. 2020 war ein Ausnahmejahr. Corona hat zunächst in der ersten Jahreshälfte einen großen Impact gehabt. Wir haben in unserer Kanzlei einen Anstieg von 30 Prozent an Scheidungsfällen registriert! Danach ließ der Ansturm fast vollständig nach. Jetzt merken wir, dass mit dem voraussichtlichen Ende der Pandemie die KlientInnen-Anfragen immer zahlreicher werden.

Die wenigsten Ehen halten eine Insolvenz aus
Derzeit ist alles anders. Man merkt, dass viele derzeit den Atem anhalten, bis sie wissen, wie es wirtschaftlich weitergeht. Wir gehen davon aus, dass es spätestens im Herbst, wenn in Österreich die Pleitewelle erwartet wird, zu einer parallelen Scheidungswelle kommen wird. Denn die wenigsten Ehen halten eine Insolvenz aus.

Das liegt unter anderem daran, dass Menschen erst dann ihre finanzielle Notlage eingestehen, wenn sich diese nicht mehr verbergen lässt. Wir erleben immer wieder, dass Ehepartner aus allen Wolken fallen und sich zutiefst hintergangen fühlen. Für sie ist eine verheimlichte Pleite genauso schlimm wie eine Affäre. Zudem verpasst man mit einer solchen Kopf-in-den-Sand-Taktik, rechtzeitig Maßnahmen zu setzen, die die Familie im Zuge der Insolvenz schützen – z.B. rechtzeitig vorzusorgen, dass die Ehewohnung nicht Teil einer Konkursmasse wird. Es gibt viel, dass rechtlich getan werden kann, um den privaten Schaden zu reduzieren. Geschieht dies nicht, wird das oft zum Streitpunkt.

Ein weiterer Grund ist freilich, dass Menschen, die vor dem finanziellen Aus stehen, unter unglaublichem Druck leiden. Oft agieren sie ihren Liebsten gegenüber bereits seit längerer Zeit abweisend, aggressiv oder lieblos. Bestehende Konflikte potenzieren sich.

Ruhe vor dem Sturm
Derzeit herrscht für viele Paare die Ruhe vor dem Sturm. Gerade das Unausgesprochene wird zur tickenden Zeitbombe. Die Pandemie hat auf das Familienleben erheblichen Druck ausgeübt. Auf sie folgt die wirtschaftliche Rezession, die abermals Familien auf die Probe stellen wird. Wir können Paaren nur raten, miteinander authentisch über ihre Bedürfnisse zu sprechen. So könnte man eine spätere Ehekrise vielleicht vermeiden.

Pressestimmen:
Die Presse
Kleine Zeitung
Niederösterreichische Nachrichten
OE24
Heute
NEUE Vorarlberger Tageszeitung

Veröffentlicht von GÄRNER I PERL

Die Anwälte Dr. Clemens Gärner und Mag. Susanna Perl sind die Spezialisten, wenn es zu Rechtsfragen im Bereich Trennung und Scheidung, Obsorge und Kindeswohl, Partnerschafts- und Eheverträge, Unterhalt und Vermögensaufteilung sowie Trennungs- und Scheidungsvorsorge kommt. Die bewährte Mann-Frau-Perspektive, die die Kanzlei Gärner und Perl auszeichnet, macht es zudem möglich fachliches Know-How mit notwendigem Fingerspitzengefühl zu kombinieren und so maßgeschneidert auf die individuellen Bedürfnisse der Klienten eingehen zu können. Durch ihre Zusatzkompetenzen im Immobilien-, Arbeits- und Gesellschaftsrecht sind Gärner und Perl bei Scheidungen im wirtschaftlichen Bereich ebenfalls die erste Adresse.