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Scheidungsjahr: Rechtsanwälte verzeichnen 30 % Anstieg

Rechtsanwälte Gärner Perl
Rechtsanwälte Gärner Perl

Die Scheidungsrate in Österreich ist seit Jahren konstant – doch heuer ist sie in Bewegung. Corona-Scheidungen sorgen seit diesem Sommer für einen Andrang vor Gericht, mit Verzögerungen ist zu rechnen.

Während die neuen Zahlen der Statistik Austria 2019 eine für Österreich gängige Scheidungsrate von etwa 40,7 % aufzeigen, wird es heuer spannend: 2020 zeichnet sich bereits als Scheidungsjahr aus. Wir bemerken, dass die Anfragen deutlich zugenommen haben. In unserer Familienrechtskanzlei Gärner Perl Rechtsanwälte  betreuen wir dabei jährlich etwa 100 Fälle. Der Sommer ist eine an sich sehr starke Zeit für Scheidungen. Wir haben diesen Sommer aber einen Anstieg der Scheidungsrate um noch mal 30 Prozent registriert.

Zum einen haben viele Menschen jetzt Scheidungen in die Wege geleitet, die das bereits vor der Corona-Krise vorhatten, ihre Pläne aber bisher schlecht umsetzen konnten. Andere wiederum sind aufgrund des geballten Zusammenseins erst draufgekommen, dass sie diese Ehe keinesfalls weiterführen wollen. Dazu kommt, dass die Fälle von Gewalt in der Familie in dieser Phase angestiegen sind. Und letztlich sind viele in dieser Zeit überhaupt erst an relevante Informationen gekommen – beispielsweise Beweise, dass der Partner sie betrügt.

Soziale Isolation ließ Affären auffliegen
Wir schätzen, dass 80 Prozent der Ehen am Fremdgehen scheitern. Wie sich gezeigt hat, fliegen Affären während der gemeinsamen sozialen Isolation schnell auf. Denn heute sind viele Beweise digital – beispielsweise Fotos am Handy oder WhatsApp-Botschaften. Während der Corona-Zeit ist so mancher unvorsichtig geworden, ist praktisch unter den Augen des Partners fremdgegangen und hat dann das eigene Handy unversperrt herumliegenlassen.

Verschärfung während des Sommers
Aufgrund der Sommerurlaubszeit haben sich die Anzahl der Scheidungsanträge noch einmal verschärft. Anstatt wegzufahren, verbrachten heuer zum zweiten Mal viele Menschen die Zeit gemeinsam zuhause. Die, die weggefahren sind, hatten zum Teil sehr viel Stress an den Grenzen. Dadurch wird so manche Beziehung abermals belastet.

Keine Babyelefanten im Richterzimmer
Das gestiegene Scheidungsvolumen trifft auf Gerichte, die noch den Rückstau an Fällen bewältigen müssen und zudem nur beschränkten Platz bieten können. Verhandlungstermine für strittige Scheidungen gibt es im besten Fall erst im November, wahrscheinlicher ist nächstes Jahr. Einvernehmliche Scheidungen gehen in aller Regel schneller, da hilft es, wenn der Anwalt viel im Familienrecht tätig ist und guten Kontakt zu den Richtern hat. Die örtliche Situation ist beschränkt. Früher fanden viele Termine in den Richterzimmern statt, doch dort gehen sich leider keine Babyelefanten aus.

Deshalb empfehlen wir, bei Scheidungsplänen möglichst bald rechtlichen Beistand zu suchen, um den Prozess in Gang zu setzen. Denn aufgrund der Wartezeiten vor Gericht muss man damit rechnen, dass sich auch die eigene Scheidung verzögert.

Wir beraten und vertreten Sie individuell mit weiblichem und/oder männlichen Blick auf den bezogenen Einzelfall, sodass bestmögliche Ergebnisse erzielt werden können.
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Veröffentlicht von GÄRNER I PERL

Die Anwälte Dr. Clemens Gärner und Mag. Susanna Perl sind die Spezialisten, wenn es zu Rechtsfragen im Bereich Trennung und Scheidung, Obsorge und Kindeswohl, Partnerschafts- und Eheverträge, Unterhalt und Vermögensaufteilung sowie Trennungs- und Scheidungsvorsorge kommt. Die bewährte Mann-Frau-Perspektive, die die Kanzlei Gärner und Perl auszeichnet, macht es zudem möglich fachliches Know-How mit notwendigem Fingerspitzengefühl zu kombinieren und so maßgeschneidert auf die individuellen Bedürfnisse der Klienten eingehen zu können. Durch ihre Zusatzkompetenzen im Immobilien-, Arbeits- und Gesellschaftsrecht sind Gärner und Perl bei Scheidungen im wirtschaftlichen Bereich ebenfalls die erste Adresse.